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Nichtmedikamentöse Bluthochdrucktherapie

Ein entscheidender und auch sehr wirksamer Eckpfeiler in der Therapie des Bluthochdrucks ist die Änderung des Konsumverhaltens. Wissenschaftlich belegt ist der Nutzen folgender Lebensstiländerungen:

Langzeitstudien über die positive Beeinflussung des Bluthochdrucks durch Entspannungsmethoden und Strategien zur Stressbewältigung sind noch nicht vorhanden. Positive Auswirkungen auf einen zu hohen Blutdruck hat wahrscheinlich auch ein ausgeglichener Elektrolythaushalt, wobei besonders die Elemente Kalium, Magnesium und Kalzium eine Rolle spielen.

Lebensstiländerungen bedeuten für den Einzelnen oft eine schier nicht zu bewältigende Aufgabe, vor allem wenn man gleich mehrere Gewohnheiten ändern sollte. Für viele erscheint es wesentlich einfacher nur eine Tablette zu nehmen, die dann alle Probleme beseitigt. Der große Nachteil der medikamentösen Blutdrucksenker ist jedoch, dass sie mehr oder weniger starke Nebenwirkungen aufweisen. Oft treten diese nicht gleich zutage, sondern erst nach längerer Zeit. Deshalb drängen die behandelnden Mediziner vor allem bei jungen Patienten oder Übergewichtigen auf die Umstellung der Ernährungsweise und körperliche Betätigung. Die Änderungen des Lebensstils sind zugegebenermaßen häufig anstrengend, jedoch ohne Nebenwirkungen.

Sinnvoll ist es, seine Gewohnheiten nach und nach zu ändern. Hat man als "Bürde" beispielsweise die zwei gesundheitlichen Risiken Rauchen und Bewegungsmangel, so sollte der schädlichere Risikofaktor - das Rauchen - zuerst in Angriff genommen werden. Verringern Sie die Anzahl der gerauchten Zigaretten immer mehr oder hören Sie sofort auf (zahlreiche Hilfen dazu auch in dem Lexikonartikel "Nikotinsucht" und im Gesundheitsportal "Rauchen"). Haben Sie den Nikotinkonsum weitestgehend im Griff, so kann allmählich mit Sport begonnen werden. Mit Sport beginnen heißt nicht sofort Höchstleistungen erbringen. Wenn Sie - am besten täglich - mit Gehen anfangen, bei dem Sie über Wochen hinweg die Strecke steigern und anschließend in ein Laufen übergehen, ist dies äußerst sinnvoll. (Welche Sportarten bei Bluthochdruck besonders geeignet sind, wird in diesem Portal unter Bluthochdruck und Sport abgehandelt).

Sehr hilfreich ist es, sich bei der Umstellung der Lebensgewohnheiten einen Plan aufzustellen, in den eingetragen wird, wie man im nächsten halben Jahr sein Leben umstellen will. In der ersten Woche schreibt man beispielsweise die Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten, in der zweiten die reduzierte Anzahl in der dritten dann nur noch die minimale Menge und gleichzeitig die Meter, die man täglich geht.

Positiv sofort erfahrbar ist, dass die Umstellung auf eine neue gesunde Lebensweise sofortige Wirkung auch auf die anderen gesundheitlich bedenklichen Gewohnheiten hat. Rauchverzicht führt unter anderem dazu, dass man besser atmen kann, mehr Luft bekommt. Dies wirkt sich positiv auf den Sport aus, der einem leichter fällt und dann - falls man ein Sportmuffel ist - sogar Spaß macht. Sportliche Betätigung vermindert den alltäglichen Stress und man greift weniger oft aus Beruhigungsgründen zur Zigarette oder zum Alkohol. Außerdem hat Sport noch den positiven Nebeneffekt, das Übergewicht - ein weiterer Risikofaktor für Bluthochdruck - abgebaut wird.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 26.11.2009

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