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Alternative Methoden

Es gibt auch alternative Therapien, mit deren Hilfe man den Blutdruck senken kann. Dabei handelt es sich um verschiedene Entspannungstechniken, die helfen, insgesamt ruhiger zu werden und in akuten Stresssituationen gelassen zu reagieren.

Als ideal für die Gesundheit wird es angesehen, eine solche Methode mit Sport zu kombinieren. Welche Techniken für den Einzelnen besonders sinnvoll sind, ist abhängig von seinen Vorstellungen und dem Charakter des Betroffenen sowie dem örtlichen Angebot. Im Folgenden soll nur auf das Prinzip der einzelnen Techniken eingegangen werden. Probieren Sie ruhig mehrere aus, wobei die kurzen Beschreibungen bereits eine Orientierungshilfe sein können. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Techniken finden sich auch im Gesundheitsportal "Naturheilkunde" auf der Seite www.medhost.de.

1. Progressive Muskelentspannung

Diese Entspannungsmethode ist vor allem etwas für Menschen, die nicht so sehr ihre geistige Vorstellungskraft zur Entspannung einsetzen wollen, sondern aktiv handeln möchten. Die Technik ist leicht erlernbar und effektiv. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie auch im Alltag durchführbar ist. Bei der Progressiven Muskelentspannung werden nacheinander einzeln alle Muskelgruppen angespannt und dann entspannt. Dies führt zunächst zu einer körperlichen und schließlich zu einer psychischen Entspannung.

2. Biofeedback

Mit Hilfe der Biofeedback-Methode (= Rückmeldung biologischer Reaktionen) lernen die Patienten, unwillkürliche Körperfunktionen wie Körpertemperatur, Herzschlag und Blutdruck zu beeinflussen. Man macht diese Körperfunktionen mit Hilfe von Apparaten für den Patienten sichtbar oder erfahrbar. Im Falle des Blutdrucks wird dieser am Finger gemessen und über einen bestimmten Zeitraum (circa halbe Stunde) am Bildschirm dargestellt. In einem weiteren Schritt lernt der Betroffene mit Hilfe eines Therapeuten durch bestimmte Entspannungstechnikern - bsp. Atmung, positive Gedankensteuerung usw. - den Blutdruck zu senken. Wie gut ihm dies gelingt und welche Methode bei ihm am besten dafür geeignet ist, kann er immer unmittelbar am Bildschirm erkennen. Meist ist man nach ein paar Sitzungen in der Lage, den Blutdruck positiv zu beeinflussen.

3. Autogenes Training

Autogenes Training ist besonders für Menschen geeignet, die über eine gute Vorstellungskraft verfügen. Die Methode führt zur Entspannung durch Selbstbeeinflussung. Die Körperfunktionen werden nur durch die eigene Vorstellungskraft gelenkt. Meist dauert es einige Zeit, bis die Technik sicher angewendet werden kann. Auch beim Erlernen sind häufiges Üben und Eigendisziplin notwendig. Kurse für Autogenes Training finden meist in Gruppen statt und werden von Psychologen, Ärzten oder erfahrenen Therapeuten geleitet. Die Kurse dauern einige Wochen. Es gibt aber auch sehr viele Bücher, die mit CDs ausgestattet sind, um den Lernwilligen anzuleiten. Beherrscht man diese Technik, bedarf es keiner besonderen Hilfsmittel oder Umstände, um zwischendurch zu entspannen.

4. Yoga und Meditation

Yoga und Meditation werden als Entspannungsmittel häufig von Menschen bevorzugt, die einen gewissen Draht zu religiös-philosophischen Themen haben. Ausnahmen mögen hier bestimmte Yoga-Formen sein, die hauptsächlich den körperlichen Aspekt dieser Heilmethoden in den Vordergrund stellen.

Yoga ist - entgegen vielen Meinungen - nicht nur für körperlich trainierte Menschen geeignet.

Für gewöhnlich besteht eine Yoga-Stunde aus drei verschiedenen Teilen: Körperübungen, Atemübungen und meditativen Elementen. Die Gewichtung der einzelnen Elemente ist abhängig von der Art des Yogas und der Intention des Yoga-Lehrers.

Angeboten werden Kurse für Yoga beispielsweise von den Volkshochschulen, privaten Yoga-Lehrern, Krankenkassen oder auch Hebammen.

Bei der reinen Meditation fehlen körperliche Übungen, aber die Meditation ist ein Bestandteil der Yoga-Stunde. Meditation kann man als geistig-spirituelle Übung bezeichnen. Man konzentriert sich bsp. auf einen Gedanken, Gegenstand, die Atmung, ein bestimmtes Bild oder einen Klang. Dadurch werden die eigenen Gedanken ausgeschaltet. Der Geist kommt zur Ruhe und man kann sich erholen.

Kurse für Meditationen werden von unterschiedlichsten Einrichtungen angeboten. Dies können buddhistische Zentren, christliche Kirchen oder ganz andere Anbieter sein. Oft findet der Meditationskreis wöchentlich zu bestimmten festgelegten Zeiten statt.

5. Hypnose

Mit Hilfe der Hypnose kann ein Patient tiefe Entspannung erfahren. Es handelt sich nicht um einen schlafähnlichen Zustand, bei dem man willenlos ist. Vielmehr befindet man sich in einem anderen Bewusstseinszustand, in dem man innerhalb enger Grenzen den Suggestionen des Hypnotiseurs folgt. Dies bedeutet, störende Einflüsse sind ausgeschaltet und man kann die Anweisungen zur Entspannung leichter aufnehmen. Hören und Sprechen sind auch unter Hypnose durchaus möglich.

Unter richtiger Anleitung findet man Entspannung, die zu einer Senkung des erhöhten Blutdrucks führt.

Adressen von Hypnosetherapeuten findet man bsp. bei der Milton-Erikson-Gesellschaft für klinische Hypnose.

6. Atmung

Eine der einfachsten und unkompliziertesten Methoden zu entspannen, ist eine bewusste tiefe Atmung. Es ist einfach, auf die Atmung zu achten und wahrzunehmen, wann man den Atem anhält (oft in bedrohlichen Situationen) oder wann man nur oberflächlich atmet.

Um bewusst und tief durchzuatmen, ist keine bestimmte Körperposition nötig, man braucht dazu auch keinen Kurs; eine bestimmte Tätigkeit muss auch nicht unterbrochen werden.

Kennzeichen des bewussten, entspannten Atmens ist ein regelmäßiger Ein- und Ausatemstrom. Dabei kann man bsp. mit einem Rhythmus von fünf bis sieben Sekunden einatmen und mit dem gleichen Zeitintervall ausatmen.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 26.11.2009

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