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Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) - Daten und Hintergrund

Hoher Blutdruck ist eine sehr häufige Erkrankung. Besonders hoch sind die Erkrankungszahlen in Industrienationen. In Deutschland haben nach Daten des Bundes-Gesundheitssurveys 1998 (BGS98) 44 Prozent der Frauen und 51 Prozent der Männer im Alter von 18 - 79 Jahren Blutdruckwerte von oder über 140 mmHg. Je älter die Altersgruppe, die man betrachtet, desto größer ist die Anzahl der Betroffenen. Zudem bestehen auch geschlechtsspezifische Unterschiede in Bezug auf die Häufigkeit des Bluthochdrucks. Männer haben häufiger eine Hypertonie als Frauen. Dies gilt für das weibliche Geschlecht allerdings nur bis zum Erreichen der Wechseljahre. Danach ist bei Frauen das Vorkommen eines hohen Blutdrucks sogar häufiger als bei Männern. Man nimmt an, dass die weiblichen Hormone einen gewissen Schutz vor Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bieten.

Aufgrund der Verbreitung und der anfallenden Behandlungskosten zählt der Bluthochdruck zu den volkswirtschaftlich bedeutsamen Erkrankungen.

Bluthochdruck - häufig unerkannt und unzureichend therapiert?

Viele Bluthochdruckkranke (Hypertoniker) wissen nichts von ihrer Erkrankung (Schätzung: 30 Prozent), denn zu hoher Blutdruck verursacht meist keine Beschwerden. Aber auch diejenigen, die gegen das Leiden behandelt werden, weisen nur in circa 25 Prozent der Fälle einen normalen Blutdruck auf. Die Ursachen dafür sind vielfältig (unzureichende Behandlung, mangelnde Kooperation des Patienten, usw.)

Warum ist hoher Blutdruck so gefährlich, obwohl ich evtl. keine Beschwerden habe?

Langfristig kommt es bei hohem Blutdruck zu einer Schädigung des gesamten Gefäßsystems. Dadurch wird das Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen drastisch erhöht. Zu ihnen zählen der Schlaganfall und Herzerkrankungen, wie Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit (KHK) und die chronische Herzinsuffizienz. Weiterhin wird Bluthochdruck für die Entstehung eines chronischen Nierenversagens und periphere Durchblutungsstörungen mitverantwortlich gemacht. Tod durch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems ist die häufigste Todesursache in Deutschland: Pro Jahr sterben mehr als 400.000 Menschen an solchen Erkrankungen, etwa 43 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen. Die Begleit- und Folgeerkrankungen der Hypertonie dürfen also nicht unterschätzt werden, sie sind häufige Ursache für Frühinvalidität, eingeschränkte Lebensqualität und krankheitsbedingte (bzw.) vorzeitige Todesfälle.

Wie steht es um die Diagnose und Behandlung?

Ein Hypertonus kann durch wenig belastende und in der Praxis fast überall verfügbare Methoden festgestellt werden. Nach der entsprechenden Diagnose kann man die Erhöhung des Blutdrucks im Allgemeinen durch geeignete nicht-medikamentöse sowie medikamentöse Maßnahmen ausreichend senken. Die gefürchteten Folgen und Komplikationen der arteriellen Hypertonie können durch die blutdrucksenkenden Maßnahmen effektiv reduziert werden. Das angemessene Management inkl. Diagnostik und Therapie des hohen Blutdruckes ist deshalb eine wichtige Herausforderung zur Vermeidung schwerwiegender Gefäßkomplikationen.

Doch trotz sehr günstiger Voraussetzungen im Hinblick auf Diagnose und Therapie bleibt die Versorgung der Hypertoniker in der Bevölkerung bisher weit hinter den Möglichkeiten und Erwartungen zurück. Studien haben gezeigt, dass sich die Auftretenshäufigkeit des Bluthochdrucks in der Bevölkerung seit Mitte der 80er Jahre nicht verringert hat. Der Anteil mit Blutdruckwerten im normalen Bereich (< 130/85 mmHg) betrug bei Männern weniger als 40%, bei Frauen weniger 60% (Altersbereich 25 bis 74 Jahre). Ab dem 50. Lebensjahr leidet fast jeder Zweite in der Bevölkerung an Bluthochdruck.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 26.11.2009

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