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Erkrankungen an der Aorta

Schwerwiegende Folgeerkrankungen, die durch einen Bluthochdruck begünstigt werden, betreffen die Körperhauptschlagader (Aorta). Sie leitet vom Herzen ausgehend das Blut in alle Regionen des Körpers. Das Bauchaortenaneurysma, eine Aussackung der Aorta meist in Höhe des Bauchnabels, entwickelt sich langsam über mehrere Jahre, während die Aortendissektion plötzlich und unerwartet auftritt.

Bauchaortenaneurysma

Das Bauchaortenaneurysma ist eine Aussackung der Bauchschlagader, ähnlich einem Luftballon. An dieser Stelle kann die Aorta leicht reißen (Ruptur). Platzt das Aneurysma, so kommt es zu schwersten inneren Blutungen. Dieses Ereignis führt bei über 70 Prozent der Betroffenen zum Tod. Ungefähr 10 Prozent der Männer über 65 Jahren mit Bluthochdruck leiden unter diesen gefährlichen Verbreiterungen der Bauchschlagader. 90 Prozent der Aortenaneurysmen liegen unterhalb der Nierenarterie.

Die Gründe für die Erkrankung sind folgende: Die Arteriosklerose führt zu einem Elastizitätsverlust der Gefäßwände. Unelastische Gefäße können den hohen Druck in der Bauchschlagader nicht mehr abfedern und verbreitern sich.

Hoher Blutdruck ist ein wichtiger Risikofaktor für die Arteriosklerose. Außerdem ist bei einer Hypertonie der Druck in den Gefäßen höher als normal, was die unnatürliche Gefäßaussackung weiter vorantreibt.

Mit einer Sonographie (Ultraschall) des Bauchraums lässt sich ein Aortenaneurysma aufdecken. Das Aneurysma muss regelmäßig kontrolliert werden. Bei einer Größe von über 3 Zentimetern Außendurchmesser liegt das jährliche Rupturrisiko (Zerreißung) bei 3%, bei einer Größe von über 5 Zentimetern bei 10%. Dieser Fall stellt eine Indikation für einen operativen Eingriff dar, um die kritische Stelle mit "Gefäßprothesen" zu stabilisieren.

Aortendissektion

Diese Erkrankung kommt vor allem bei Patienten mit stark erhöhtem Blutdruck vor, die bsp. eine arteriosklerotische Vorschwächung dieses Gefäßes aufweisen. Durch das ständige harte Schlagen auf die brüchige Aortenwand im Brustraum reißt die innerste Schicht der Aorta. In der Folge tritt Blut in das Gewebe ein und spaltet die Innen- und Außenschicht des Gefäßes (disseziert). Der Blutstrom bahnt sich in der Gefäßwand zwischen den Gefäßschichten einen neuen Weg. Es bildet sich eine zweite falsche Höhle, ein sogenanntes falsches Lumen, welches sich sogar bis in die Hals- oder Beinarterien fortsetzen kann.

Dieses Ereignis geht mit starken, messerstichartigen, evtl. wandernden Brustschmerzen einher (Schmerz zwischen den Schulterblättern). Der Schmerz kann sogar in den Bauchraum oder die Extremitäten ausstrahlen. Der Patient ist zudem kaltschweißig und blass und empfindet Todesangst. Eine Blutdruck- und Pulsdifferenz an den beiden Armen kann auftreten.

In der Folge kommt es meist zu einem weiteren Riss in der Aortenwand, der nach innen oder außen stattfindet. Lebensgefährliche Einblutungen in die Brust- und Bauchhöhle folgen. Unbehandelt versterben rund 80 Prozent der Patienten innerhalb von zwei Wochen an der Zerreißung der Schlagader.

Eine erste Behandlung besteht darin, den Blutdruck stark zu senken, um einem weiteren Einreißen der Aorta Einhalt zu gebieten und in einer adäquaten Schmerztherapie. Je nach genauer Lokalisation der Dissektion ersetzt man operativ das Gefäß durch eine komplette Gefäßprothese oder setzt einen Stent ("Stützrohr" für das Gefäß) ein.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 26.11.2009

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